A K T U E L L E P R O J E K T E
Surrealer Werbefilm über transluzentes Corian · 4 Minuten · HD · April 2010 Idee/Design und Produktion: scarchitekten - Joerg Springer, Robert Mieth Drehbuch: Joerg Springer, IJ.Biermann Kamera: Tobias von dem Borne Sound Design & Musik: Martin Lesniak mit Unterstützung von DuPont Corian® Die Kunstwerke des Malers Donatello Losito verschmelzen in zeitgemäßem Design
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Kurzspielfilm · 30 Minuten Drehbuch von Stephan Schoenholtz Beratung: Christoph Hochhäusler Ekkehard, ein junger Mann und Familienvater Anfang 30, sehnt sich nach der Veränderung seines gegenwärtigen Lebens in Berlin. Überstürzt fährt er zu seiner jüngeren Schwester Franziska, die in einem kleinen Städtchen in der Provinz lebt, um bei ihr Rat zu suchen und Abstand vom Alltag zu gewinnen; ein Wochenende, das ihm Zuversicht und Sicherheit zurückgeben soll. Stattdessen trifft er in ihr auf eine Frau, die ihm vorführt, dass man sein Leben tatsächlich verändern kann. Daraufhin begeht Ekkehard einen Verrat an seiner Schwester und kehrt in sein Berliner Leben zurück.
Spielfilm · 90 Minuten Drehbuch: Stephan Schoenholtz nach einem Treatment von IJ.Biermann und Stephan Schoenholtz Drehbuchmentor: Christoph Hochhäusler Hannah ist eine junge Frau, die weder richtig hier ist noch richtig dort: weder in ihrer Berliner Stadtwohnung, aus der gerade erst ihr Freund ausgezogen ist, noch im Haus ihrer Mutter Dorothee in der brandenburgischen Kleinstadt, ein ganzes Stück außerhalb von Berlin, wo sie immer wieder hinfährt, wenn ihr die Stadt zu viel wird, wenn sie nicht weiß wohin. Dort liegt sie dann oft ein paar Stunden in ihrem alten Zimmer, schläft oder träumt vor sich hin, und fährt dann wieder zurück nach Berlin, wo sie als Tanzlehrerin arbeitet. Das Verhältnis zu ihrer Mutter Dorothee pflegt Hannah nicht wirklich, wenngleich sie ihre Mutter dauernd anruft. Zwischen den beiden Frauen liegt eine schwere Spannung in der Luft. Beide wahren eine fast distanzierte Höflichkeit. Aus Hannahs innerer Unruhe, ihrer Fremdheit an allen Orten und ihrer fast kindlichen Art, mit Angst vor Isolation und Sehnsucht nach Geborgenheit umzugehen, entgleitet Hannah schlagartig ihre einigermaßen sichere Welt, als sie im Morgengrauen im Haus ihrer Mutter ankommt und die Mutter spurlos verschwunden ist. Hannah wird so mit der völlig unvorbereiteten Abwesenheit ihrer wichtigsten Bezugsperson konfrontiert, mit der Leere, die sie hinterlässt - und mit ihren eigenen Gefühlen in dieser Situation. Der Film dreht sich um diese ungreifbare Angst, die jeder Zuschauer, mehr oder weniger bewusst und intensiv, auch bei sich selbst wiederfinden dürfte. Hannahs Welt gerät ins Stocken. Und als sie im Haus ihrer Mutter mit der etwa gleichaltrigen Kerstin zusammentrifft, der Tochter von Dorothees vor wenigen Tagen verstorbenem Lebensgefährten, muss sie bald erkennen, dass Kerstin als "Ersatztochter" ihrer Mutter näher steht, als Hannah lieb ist. Von Kerstin erfährt sie bald sogar zum ersten Mal den Namen ihres eigenen Vaters, der verschwand, als Hannah erst ein Jahr alt war. Hannah erlebt das Wegbrechen einer Sicherheit, einer selbstverständlich angenommenen Realität. Es ist ihr unmöglich, sich in der gewohnten Weise zu orientieren. In unserem Film versuchen wir, gemeinsam mit Hannah den sicheren Boden der Tatsachen zu verlassen. Die Verunsicherung zuzulassen. Dabei verändert sich die Wahrnehmung, manches sticht plötzlich verstärkt ins Auge, anderes tritt in geradezu unnatürlicher Weise zurück. Es gibt Sprünge, Auslassungen. Kleine irreale Momente schleichen sich ein. Aber Hannah verliert sich nicht völlig, ihre Reise endet nicht in Isolation und Unwirklichkeit. Zum Schluss kann sie sich wieder stärker der realen Lebenswelt und den Menschen um sich zuwenden.
Drei-Frauen-Spielfilm · 90 Minuten Drehbuch von Stephan Schoenholtz und IJ.Biermann Mitarbeit: Christina König Christina (60) wird mitten aus den Vorbereitungen für ihren Winterurlaub gerissen. Eine Frau steht vor ihrer Tür, etwas jünger als sie selbst, mit klaren Gesichtszügen. Sie stellt sich vor als Martina (ca. 50) aus Hannover und eröffnet ihr: "Ich bin Ihre Schwester." Sie habe es auch erst vor kurzem erfahren, nach dem Tod ihrer Mutter, ihrer gemeinsamen Mutter. Diese doppelte Neuigkeit wirbelt alles in Christinas Leben durcheinander. Sie führt ein ruhiges, genügsames Leben am Dorfrand, zurückgezogen, aber verbunden mit den Menschen im Dorf, ihren Kollegen vom Restaurant. Sie lebt es mit der gleichen Überzeugung wie ihre intensiven Beziehungen mit Frauen in den Jahren zuvor, akzeptiert es, wie sie ihre Jugend als einzelnes Adoptivkind akzeptiert hatte. Jetzt schreibt Christina in ihr Tagebuch: Ich habe eine Schwester. Und entscheidet sich dafür, ihre Urlaubsreise zu stornieren und der Unbekannten in die Großstadt zu folgen. In Hannover quartiert Martina diese fremde ältere Frau, die ihre Schwester ist, bei sich und ihrem Mann ein. Mit der ihr eigenen Tatkraft möchte Martina die verlorene Tochter in die Familie zurückholen, ihr etwas von der Liebe wiedergeben, die ihr vorenthalten blieb. Zusammen mit Christina versucht sie, sich dem Tod der gemeinsamen Mutter zu stellen, nachdem sie sich ihrer engsten Vertrauten beraubt fühlt und völlig aus der Bahn geworfen zu sein droht, einem Alltag aus dynamischem Berufsleben als Brotverdienerin und dem gleichzeitigen Bemühen um ein lebendiges Familienleben. Christina lernt den "parallelen" Lebensweg der Schwester kennen und beginnt sich zu fragen, wie das für sie gewesen wäre: die enge Verbindung zur leiblichen Mutter, die Gemeinschaft mit Ehemann und Kind, die Beziehung zu einer eigenen Tochter, Paula (24). Paula ist davon fasziniert, was in ihrer Familie geschieht. Selbst ein Einzelkind, verfolgt sie die Annäherung der Schwestern aufmerksam und sucht die Gegenwart des neuen Familienmitglieds. Sie ist neugierig auf Christina, die so anders ist als sie selbst. Nach eigener Lebensgestaltung hat Paula bisher bei Männern gesucht: bei ihrem Vater, zu dem sie ein engeres Verhältnis hat als zu Martina, und bei den flüchtigen nächtlichen Begegnungen, verabredet im Internet. Sie ist experimentierfreudig und risikobereit, sucht intensive körperliche Erfahrungen. Christina hat solche Erlebnisse mit Frauen gehabt, ihre Welt ist unkonventionell, doch stiller, fast meditativ. Paula beginnt, die Schwestern zu fotografieren, über sie zu schreiben. Der Kontakt zu der jungen Frau bringt auch Christina neu zu sich selbst, die eigentlich dachte, ihr Lebensabend sei bereits angebrochen. Als sie zum Schluss in ihr Dorf zurückkehrt, hat sich das Leben aller drei Frauen geändert. In diesem Film geht es weniger darum, dass Menschen zusammenfinden, die vorher nichts miteinander zu tun hatten, als darum, dass Menschen durch andere auf etwas aufmerksam werden, Möglichkeiten entdecken, die ihnen vorher verschlossen blieben. Die Gemeinschaft und Verbundenheit zwischen ihnen wird behauptet, bevor sie überhaupt da ist. Jede der Frauen hat ihre Fragen bezüglich ihrer Situation, jede von ihnen hat das Gefühl, dass es etwas Anderes, Sinnvolleres geben muss. Keine von ihnen ist mit ihrer Situation zufrieden, und jede sieht bei der anderen etwas, das sie neugierig macht.
Psychothriller · ca. 90 Minuten Drehbuch von Rafael Kühn Story von IJ.Biermann und Rafael Kühn Ein Psychothriller in großen, fiebrigen Bildern: Das Aufeinandertreffen zweier an ihrer Umwelt scheiternder Menschen, deren Lebenswege sich in der Filmhandlung nur zwei mal kreuzen. Eine schweigsame Ermittlerin auf der Suche nach einem Serienmörder, der seine Opfer fast liebevoll umbringt und sich als eine isolierte Fünfzehnjährige herauszustellen scheint. Eine bildintensive, emotional herausfordernde Thrillergeschichte, die durch ihre Charaktere eine poetische und zugleich schonungslose Betrachtung unserer Umwelt widerspiegelt. Der Film wird den Zuschauer an mehreren Stellen mit unerwarteten Wendungen und Erkenntnissen verunsichern.
Psychologische Parabel · 90 Minuten Ein 13jähriger Junge, der seit jeher allein mit Vater und Schwester in einer endlosen Einöde lebt, versucht, als sich die Beziehungsverhältnisse durch das Eindringen eines Fremden grundlegend ändern, sich vergebens an seine gewohnte sichere Welt zu klammern. Kurzxposé Ein einzelnes, feudales Haus in einer Einöde. In allen Richtungen bis zum Horizont nur flache Steppe. Ein Bach fließt unweit des Hauses vorbei, dazwischen ein kleiner Garten und ein paar Tiere. Das Wetter ist heiter, halbwegs bedeckt. Harald (13) sitzt auf einer Bank und wirft gleichgültig Steine in den Bach. Zwischendurch blickt er verstohlen zu seiner Schwester Rita (17), die sich auf der Terrasse unter einer selbstgebauten Konstruktion zur Sonnenstrahlenbündelung bräunen lässt. Nach einiger Zeit ertönt im Haus eine Glocke, und die beiden stehen gemütlich auf und gehen hinein. Drinnen wartet der Vater mit dem Abendessen. Er blickt missgestimmt auf Ritas fast vollständig nackten Körper, sagt aber nur zu Harald, als erwachsener Mann solle er sich bei Tisch, vor Gott ordentlich anziehen. Harald folgt dem kommentarlos. Nach dem ansonsten wortlosen Essen gehen alle wieder ihrer Wege. Tage vergehen, ähnlich ereignisarm und überwiegend wortlos, wobei zunehmend eingefahrene Abhängigkeiten ersichtlich werden: Rita hat gegenüber den beiden Männern die Zügel in der Hand und hat ihren Bruder in eine erotische Beziehung verführt; der Vater bekommt davon nichts mit, bleibt blass, auch wenn Harald, sich unselbständig seinen Vorstellungen unterordnet. Wenn er sich unbeachtet fühlt, hält Harald Ereignisse in kleinen, expressiven Zeichnungen fest. Die lähmende Kommunikationslosigkeit erfährt eine Wendung, als eines Tages in der Nähe ein kleines Propellerflugzeug abstürzt. Der junge Pilot Frederick macht einen verwirrten Eindruck, fragt nach einem Telefon oder einem Funkgerät. Die Kinder verstehen nicht, was er meint; sie haben nie zuvor einen anderen Menschen gesehen und löchern ihn mit vielen Fragen, doch er erinnert sich nur bruchstückhaft. Der Vater schweigt und bleibt ihm gegenüber kühl, wird mit der Zeit, als Frederick recht schnell Ritas Zuneigung gewinnt, gar feindselig. Nach einigen Tagen macht sich Frederick auf, die Welt zu finden, aus der er gekommen ist und nach der er sich zurücksehnt, und Rita geht, im Streit mit dem Vater, mit ihm. Harald ist zwischen Neugier auf die fremde Welt und Eifersucht gegenüber dem neuen Mann an Ritas Seite und Neugier hin- und hergerissen und bleibt aus Solidarität beim Vater, der sich dem Geschehen distanziert entzieht. Während der Abwesenheit der Schwester entwickelt sich der Vater zum launischen Despot, zwischen Verbitterung und Aggression schwankend. Harald weiß nicht, wie damit umzugehen, zumal es nie eine wirkliche Offenheit zwischen den beiden gegeben hat. Die Enge führt zu immer quälenderen Spannungen und absurden Konflikten. Mal herrscht tagelang nur feindseliges Schweigen, dann entlädt sich die aufgestaute Aggression wieder in Handgreiflichkeiten und gegenseitigen Schuldzuweisungen. Einmal steht Harald selbst kurz davor, das Haus zu verlassen, doch angesichts der aufgesetzten Gleichgültigkeit des Vaters schafft er es nicht, die Entscheidung in die Tat umzusetzen. Als der Vater schließlich auf erotische Zeichnungen stößt, die eindeutig von Haralds sexuellen Kontakten zur Schwester sprechen, tadelt er das Verhältnis mit gottesfürchtiger Argumentation, kann jedoch selbst eine Eifersucht nicht verbergen. Harald ist es nicht möglich, die extreme Ablehnung des Vaters zu begreifen; die Weltansichten der Erziehung sind für ihn mit der Realität kaum mehr vereinbar. Immer seltener versucht Harald Annäherungen zum Vater, der sich stetig weiter in Schweigsamkeit zurückzieht. Bald darauf kommen Rita und Frederick ausgehungert zurück, aus direkt der entgegengesetzten Richtung, in der sie einige Zeit zuvor aufgebrochen waren. Obwohl sie immer geradeaus gegangen waren, haben sie nichts gefunden. Vom selben Tag an ist der Vater wie vom Erdboden verschwunden. Harald kann sich darauf keinen Reim machen, wogegen Rita ihm gegenüber, aus Vermutung einer Schuld, nun reserviert bleibt. Allgemein macht sich Hoffnungs- und Ratlosigkeit breit. Frederick nimmt allmählich das kühle Verhalten an, das den Vater vormals auszeichnete. Am Ende trägt Frederick die Kleidung des Vaters und lebt mit Rita zusammen, während Harald verschlossen mit den beiden wohnt und die Sexualität zwischen den beiden miterleben muss. Das Ende lässt offen, wohin sich seine Eifersucht entwickeln mag... Der Films wird weitestgehend ohne Musik erzählt und beschreibt einen Zustand der Beklemmung und Hilflosigkeit, wobei gerade das Fehlen lautstarker Katastrophen für eine Stimmung von Kälte und Bewegungslosigkeit sorgt. Die Parabelhaftigkeit des Films soll in ruhigen Bildern, vorwiegend festen Einstellungen und in hellen, aber matten Farben eine Geschlossenheit und Strenge erhalten. Das Vergehen der Zeit wird man nicht genau festmachen können, nur durch Auf- und Abblenden geschieht eine subtile zeitliche Gliederung.
Poetisch-märchenhafte Frauengeschichte · 90 Minuten Elke ging "mal eben" Zigaretten holen und kam nicht wieder. Eine bürgerliche, wohlhabende Familie in Stuttgart im Jahr 2000. Das Ehe- und Familienleben ist über die Jahre zu einem fast stummen Nebeneinanderher-Leben verkommen. Besonders seit die Kinder selbständig sind, lebt jeder mehr für sich als für die Familie. Elke arbeitet seit einiger Zeit zu 75% in einer Medienagentur, und da sie sich zusätzlich auch noch grob um den Haushalt kümmert, ist sie manchmal kurz vor der Überforderung durch diese 125%ige Belastung. Ihr Ehemann Bernhard hat als Lehrer Beamtenstatus; seine frühere Lebendigkeit ist einem bequemen, illusionslosen Alltag gewichen. Die Geschichte von Elkes Flucht aus dem deutschen Alltag und ihrer späteren Rückkehr dorthin folgt der leichten, fast trivialen Erzählweise von Janoschs Geschichte "Oh, wie schön ist Panama", die Elke früher mit ihren Kindern gelesen hat. In visualisierten Träumen vermischen sich Motive aus Elkes Vergangenheit und Erinnerungen, ihren zum Teil vergessenen Wünsche und Hoffnungen sowie Bildern ihrer Reise. In Panama, dem spontanen ersten Ziel beginnt Elke, einen neu erblühenden Zugang zu Lebenslust, Sexualität und Freiheit zu finden, während sie später in Kuba durch die Konfrontation mit der politischen Vergangenheit und Gegenwart des Landes an ihren eigenen einstigen Ideale erinnert wird. Elkes Reise führt sie schließlich nach New York, wo sie sich mit Sara anfreundet, der Frau eines Fotografen, den sie beim Umsteigen in Atlanta kennen gelernt hat. Die Beziehung zwischen Mike und Sara erscheint Elke anfangs als die perfekte Zusammenlebensform - die Freiheiten, die sie in der New Yorker Gesellschaft und miteinander erleben, stehen im totalen Gegensatz zu Elkes gewohntem Leben in Stuttgart. Während Elke eine Woche in New York lebt, geht der Film der Frage nach, was diese Stadt zum "kollektiven Traumbild" der westlichen Welt macht. Elke erlebt New York in seinen vielseitigen Facetten, die Kunst, die Armut, die multikulturelle Gesellschaft, den "American Dream" und die Grenze zum "amerikanischen Alptraum". Mit der Zeit kristallisiert sich ein Bild heraus, das sowohl die positiven Seiten von Saras Leben in New York beleuchtet, als auch zeigt, dass Elke Sara durch ihr Familienleben und Mutterdasein etwas voraus hat, was Sara wohl nicht mehr haben können wird. Durch ihre Flucht aus dem deutschen Alltag und ihre Reise bekommt Elke ein vollkommeneres Weltbild, das ihr das Gefühl gibt, wieder zu ihrer Familie zurückkehren zu können. In New York findet Elke "ihr Panama". Parallel zu Elkes Geschichte wird erzählt, wie Bernhard dagegen nach anfänglicher Ratlosigkeit über Elkes unangekündigtes Verschwinden schnell in ein Loch voller Selbstzweifel und Selbstmitleid fällt, dann jedoch beginnt, die Herausforderung der Situation anzunehmen und seine vergessene Jugend wieder aufleben lässt.
Roadmovie · 90 Minuten · Drehbuch in Zusammenarbeit mit Karl-Heinz Roller Zu sehr wünschte sich Stefan "Sten" Schubert, dass er eines Tages seine Chance bekäme. Der Auftrag war sehr gut dotiert und sollte ihn in die Stadt seiner Jugendträume, Paris, führen. Die Auftraggeber geben ihm dazu sieben Tage Zeit. Sten nimmt sich vor, diesen Auftrag so gut zu erledigen, als sei es seine letzte Chance. Er kleidet sich neu ein, begibt sich in die Rolle eines Geschäftsreisenden und bricht in einem großen Mercedes nach Paris auf. In einem Hotel freundet sich Stefan mit Cliff Mullner, einem Amerikaner auf Geschäftsreise, an. Unterwegs an der Côte d'Azur lässt er eine junge Anhalterin zusteigen. Die Auftraggeber melden sich. Aus dem romantischen Roadmovie wird ein Alptraum. Eine Biografie verweigerter und verpasster Chancen holt Stefan ein. Aus der Reise, zu der die Geschäftsreise geworden war, wird eine Flucht. Der Film ist im Stil des Film Noir konzipiert, in dessen romantischer Phase. Ziel des Films ist, eine Reise durch die Vereinzelungen und Verhärtungen der heutigen Zeit zu machen und wie trotz aller notwendigen Abschottungen und Panzer sich ein Boden zur Verständigung bilden kann. Das Erreichen des Ziels wird sehr schwer gemacht. Wohl haben die drei sich ein romantisches, idealistisches Herz bewahrt, aber es ist umgeben von vielen Schichten der Panzerung. Es ist nicht Anliegen des Films, diese Panzerungen als individuelles Problem oder gar pathologisch zu zeichnen. Wohl ist es beides auch. Aber es ist auch eine realistische Reaktion auf eine harte Umgebung. Gewalt spielt in diesem Film eine große Rolle. Das Wichtige dabei ist, dass die äußere Gewalt irgendwie immer vorhanden ist durch die Observation der kriminellen Auftraggeber. Das Problem ist, wie die Protagonisten mit der Gewalt umgehen, die ihnen schon lange nicht mehr äußerlich ist. Die Sedimente in ihnen, durch Gewalt geformt, müssen mit Gewalt wieder aufgebrochen werden. Die vernarbten Wunden müssen wieder bluten um anders als nur mit Verbitterung und Hornhäuten wieder heilen zu können. Nach einer Idee von Karl-Heinz Roller, der parallel zum Drehbuch den Roman schrieb: "Sten - Der Auftrag", instinct Merch Movie Edition, ISBN 3-9801721-9-8 |